Missbrauchsbeauftragter zu Gutachten: Ausmaß «erschreckend»
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Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild
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Köln (dpa) - Nach Veröffentlichung eines Gutachtens zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln hat der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung das Ausmaß der Vorwürfe als erschreckend bezeichnet. Er sei froh, dass die «Zeit des unerträglichen Wartens» auf die Untersuchung nun ein Ende habe, erklärte Johannes-Wilhelm Rörig am Donnerstag. Das Gutachten sei ein wichtiger von vielen weiteren Mosaiksteinen der Aufarbeitung. Das auf Basis der Aktenlage «gezeichnete Ausmaß des Missbrauchs und der Pflichtverletzungen kirchlicher Verantwortungsträger» sei allerdings «erschreckend».

Der Strafrechtler Björn Gercke hatte die Untersuchung am Donnerstag vorgestellt, in der er den Umgang des Erzbistums mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs untersucht hat. Der Fokus lag nicht auf den Tathergängen, sondern auf dem Agieren der Bistumsleitung.

«Ich hoffe sehr, dass die unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche mit ganzer Energie und mit uneingeschränktem kirchlichem Aufklärungswillen in allen deutschen Bistümern weiter vorangetrieben wird», erklärte Rörig.

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