Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach: Erstes Urteil erwartet
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Blick auf das Amtsgericht Moers mit der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Kleve. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild
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Moers (dpa/lnw) - Im bundesweiten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach wird an diesem Dienstag (26. Mai) das erste Urteil in NRW erwartet. Vor Gericht steht ein 27-jähriger Soldat, der kleine Kinder in mehr als 30 Fällen sexuell schwer missbraucht und Videos und Aufnahmen davon mit anderen getauscht haben soll. Die Vorwürfe hat er vor Gericht weitgehend zugegeben. Der Prozess läuft vor dem Landgericht Kleve in einer Außenstelle im niederrheinischen Moers. Drei Kinder sind Nebenkläger und werden vor Gericht von Anwälten vertreten.

Die Ermittlungen zu dem bundesweiten Kinderpornografie-Tauschring hatten in Bergisch Gladbach begonnen und erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer.

Die Staatsanwaltschaft hatte bei der Verlesung der Anklage festgestellt, der Mann sei für die Allgemeinheit gefährlich. Am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte die Übergriffe auf drei Mädchen und einen Jungen unbewegt geschildert. Dabei wurde deutlich, dass die Missbrauchsfälle im Laufe der Zeit immer schwerer wurden. In einer Chat-Gruppe habe er sich über seine Erfahrungen ausgetauscht, hatte er gesagt.

Opfer des Angeklagten, der mit seiner Familie im niederrheinischen Kamp-Lintfort lebte, waren nach seinen Angaben vor allem der kleine Stiefsohn und eine leibliche Tochter. Dabei habe er vor allem die Zeit genutzt, wenn seine Frau arbeiten war. Zu den Opfern sollen auch seine kleine Nichte und die Tochter eines Chat-Partners aus Bergisch Gladbach gehören. Vor dem Urteil werden die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, drei Nebenklägern und der Verteidigung erwartet.

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