Mit Stopp des Gaspipeline-Projekts South Stream droht Kurzarbeit

Salzgitter/Mülheim (dpa) - Mit dem Stopp des Gaspipeline-Projekts South Stream droht möglicherweise Kurzarbeit für Hunderte Mitarbeiter beim Röhrenbauer Europipe in Mülheim an der Ruhr. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Arbeitnehmerkreisen. Beim Unternehmen und der IG Metall war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Europipe ist eine Gemeinschaftsfirma der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte. Zum Jahresende hieß es, dass die zunächst schon Anfang Dezember gestoppte Produktion für die geplante Leitung aus Russland bis mindestens 19. Februar auszusetzen sei.

Zu möglicher Kurzarbeit teilte die Salzgitter AG am Freitag mit, sie wolle keine Auskunft geben. «Das wäre auch kein guter Stil gegenüber unseren Mitarbeitern. Sobald diese Dinge geklärt sind, werden sie es von der Geschäftsleitung direkt erfahren», hieß es.

Ob das Großprojekt endgültig beerdigt ist, scheint trotz eindeutiger Vorzeichen unklar. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, hatte das Vorhaben Anfang Dezember für gescheitert erklärt und gesagt, dass alternativ Russland und die Türkei eine Offshore-Pipeline vereinbart hätten. Die Konsequenzen für die Rohrproduktion in Deutschland sind dabei weitgehend unklar.

Salzgitter hatte Ende Dezember bekanntgeben, dass der neuerliche Projektstopp bis Mitte Februar oder sogar länger voraussichtlich einen Gewinnrückgang «im unteren zweistelligen Millionenbereich» bedeute. Ein Sprecher sagte am Freitag, man bemühe sich - wie schon Ende Dezember mitgeteilt - um Ersatzbeschäftigung für den Verlust. «Ob und wann das gelingen wird, weiß zurzeit niemand. Daher ist der von uns genannte Betrag als Bandbreite zu verstehen.»

Mitteilung über den weiteren Stopp

Europipe-Mitteilung zum Start des Auftrags für South Stream

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