Mord an Claudia Ruf: Keine Verbindungen zum Fall «Maddie»
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Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
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Bonn/Grevenbroich (dpa/lnw) - Der Tatverdächtige im Fall Madeleine «Maddie» McCann hat nach Erkenntnissen der Ermittler in NRW keinen Bezug zum Mord an Claudia Ruf im Jahr 1996. Entsprechende Abgleiche - darunter auch der DNA des Mannes - hätten keine Übereinstimmung ergeben, teilte ein Sprecher der Polizei Bonn auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Mann habe zur Tatzeit auch keine Bezugspunkte ins Rheinland gehabt.

Die damals elfjährige Claudia Ruf war in ihrem Heimatort Hemmerden südwestlich von Düsseldorf entführt, sexuell missbraucht und umgebracht worden. Ihre Leiche wurde 70 Kilometer entfernt auf einem Feldweg in Euskirchen bei Bonn gefunden. Die Suche nach dem Mörder war kürzlich wieder aufgerollt worden. Bei einem Massengentest wurden 2200 Männer um eine Speichelprobe gebeten. Sie werden zurzeit noch ausgewertet. Rund 100 Tests stünden noch aus, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei. Es sollen noch mehrere Männer gerichtlich zur Abgabe einer Probe gezwungen werden. Sechs neue entsprechende Beschlüsse wurden laut Polizei jüngst erlassen.

Seitdem ein Mann aus Braunschweig offiziell als Mordverdächtiger im Fall «Maddie» beschuldigt wird, werden deutschlandweit mehrere ungelöste Verbrechen mit Kindern als Opfer von den jeweiligen Behörden auf mögliche Bezüge überprüft. Auch im Fall Claudia Ruf war dies so, weil es sich beim Verdächtigen um einen offenbar überörtlich agierenden mutmaßlichen Täter handele, so die Polizei Bonn. Die damals dreijährige Madeleine war 2007 in Portugal verschwunden.

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