Mutter gesteht: Zwei Babyleichen auf Friedhof verscharrt

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach dem Fund eines toten Babys auf einem Düsseldorfer Friedhof haben Ermittler dort die Überreste eines zweiten Säuglings entdeckt. Die Mutter habe den Hinweis auf die zweite Leiche gegeben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mit. Die Frau im Alter von Anfang 30 habe ein umfassendes Geständnis abgelegt. Während sie ein Kind tot geboren habe, habe sie das zweite in der Badewanne ertränkt. Beide Kinderleichen habe sie jeweils nachts in dem Grab eines nahen Verwandten vergraben. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags.

Die Polizei hatte die Frau über den Besitzer des Grabes ermittelt. Bei dem ersten Kind, das sie 2011 entbunden habe, habe es sich um eine Totgeburt gehandelt, versicherte sie den Ermittlern. Das am Montag entdeckte kleine Mädchen habe dagegen gelebt. Sie habe es im März unmittelbar nach der Geburt im Affekt in der Badewanne ertränkt.

Die Schwangerschaft habe sie verdrängt, weil sie monatelang in einer schwierigen beruflichen Situation unter starkem Stress gestanden habe und starke Medikamente habe einnehmen müssen.
Als die Wehen einsetzten und sie das Kind im eigenen Badezimmer zur Welt gebracht hatte, habe ein Familienmitglied an der Badezimmertür geklopft.

Weil ihre Familie nichts von der Schwangerschaft gewusst habe, sei sie in Panik geraten. Die Frau habe zwei Schulkinder und sei berufstätig, auch ihr Lebensgefährte habe nichts von der Schwangerschaft gewusst. Bislang hätten die Ermittlungen ihre Aussage in vielen Punkten bestätigt.

Ein Tier hatte die Plastiktüte mit der Leiche des im März geborenen Mädchens auf dem Friedhof verschleppt und auf einem anderen Grab liegenlassen, wo sie am Montag von Friedhofsbesuchern entdeckt worden war. Die Obduktion des kleinen Mädchens hatte die Todesursache nicht klären können.

Die Mutter habe von der umfangreichen Fahndung nach ihr nichts mitbekommen. Auch ihr Lebensgefährte sei schockiert gewesen, als er von den Vorwürfen erfahren habe. Möglicherweise sei die Frau bei der Tat vermindert schuldfähig gewesen, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa. Für eine Schuldunfähigkeit, etwa durch eine psychische Erkrankung, gebe es aber keine Hinweise. Im Fall des ersten, totgeborenen Kindes liege nach derzeitigem Stand keine Straftat vor.

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