Mutter starb in Brunnen: Angeklagter schweigt
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Aussenansicht des Landgerichts in Münster. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild
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Münster (dpa/lnw) - Der Tod einer 79-jährigen Frau aus Neuenkirchen in einem Brunnenschacht beschäftigt seit Mittwoch das Schwurgericht Münster. Die Staatsanwaltschaft hat den 55-jährigen Sohn der Frau wegen Mordes aus Habgier angeklagt. Zu Beginn des Prozesses ließ der Deutsche über seinen Verteidiger erklären, dass er vorerst nichts zu den Anschuldigungen sagen wolle. Am Rande des Prozesses sagte Anwalt Carsten Ernst später noch: «Mein Mandant bestreitet die Vorwürfe.» Er schließe nicht aus, dass sich der Angeklagte im Laufe der Verhandlung doch noch selbst äußern werde.

Die Leiche der Rentnerin war im Juni in einem mehr als zwei Meter tiefen Brunnenschacht auf ihrem Grundstück in Neuenkirchen gefunden worden. Bei der Obduktion stellten die Rechtsmediziner fest, dass die Frau ertrunken war. An ihrem Schädel fanden sich außerdem mehrere Blutergüsse, die darauf hindeuten könnten, dass die 79-Jährige zuvor geschlagen worden war. Genau so wirft es die Staatsanwaltschaft nun dem Sohn vor. Er habe seiner Mutter Schläge vor den Kopf versetzt und die möglicherweise bereits bewusstlose Rentnerin anschließend mittels einer Leiter und eines Gurtes in den Brunnen hinabgesenkt.

Die Anklage geht von Habgier als Tatmotiv aus. Für den Tag nach der Tat soll die Mutter einen Notartermin vereinbart haben, auf dem sie einen großen Teil ihres Anwesens offenbar verkaufen wollte. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 55-Jährige zum Mörder wurde, weil er fürchtete, dass sich sein Erbe verringern würde. Für den Prozess sind bisher Verhandlungstage bis Ende Juni terminiert.

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