NRW-Ministerin will Ende der Standortdebatte zu Fotoinstitut
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Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos), Kultusministerin in NRW. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Düsseldorf (dpa) - Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat davor gewarnt, mit einer andauernden Standortdiskussion den Bau des geplanten Bundesinstituts für Fotografie in Nordrhein-Westfalen zu behindern. Die Standortdebatte dürfe die Konzeptentwicklung und die Umsetzung nicht überlagern, sagte die parteilose Ministerin am Donnerstag im Kulturausschuss des Landtags. Um das Institut ringen Essen und Düsseldorf. Eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie favorisiert Essen als Standort. Das Bundesinstitut solle auf dem Gelände der Zeche Zollverein entstehen.

Eine Initiative um den weltbekannten Fotokünstler Andreas Gursky macht sich dagegen für ein nationales Fotoinstitut in Düsseldorf stark und hat ebenfalls ein Konzept entwickelt. Sie habe sich mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Gursky getroffen, sagte Pfeiffer-Poensgen. Durch die «in Teilen unglückliche Gleichzeitigkeit verschiedener Aktivitäten» sei es zu «Missverständnissen und teilweisen Überschneidungen» gekommen. «Diese wollen wir ausräumen angesichts der Bedeutung eines zentralen Instituts, das auch die Bedeutung der Fotografie in Deutschland unterstreicht.»

Grütters habe einen Austausch zwischen der Düsseldorfer Initiative und der Expertenkommission des Bundes angekündigt, um zu überlegen, «wie man die unterschiedlichen Konzepte am Ende doch verbinden kann». Die an ein Bundesinstitut gerichteten Erwartungen gingen weit über die zeitgenössische Betrachtung der Düsseldorfer Initiative hinaus.

Das neue Bundesinstitut soll unter anderem Nachlässe wichtiger Fotografen in Deutschland sichern und die Forschung und Restaurierung vorantreiben. Die Kosten werden der Studie zufolge auf etwa 125 Millionen Euro beziffert. Es soll 2027 fertiggestellt werden. Gurskys Konzept stelle eher die Sicherung wertvoller künstlerischer Fotografie in den Mittelpunkt. Die Stadt Düsseldorf hat inzwischen ein «Cluster» mit zwei Standorten ins Gespräch gebracht.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-878412/2

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