NRW-Untersuchungsausschuss zu Kindesmissbrauch
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Der Campingplatz in Lügde, auf dem Kinder für Pornodrehs missbraucht wurden. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags zum sexuellen Kindesmissbrauch in Lügde setzt heute seine Zeugenvernehmungen fort. Befragt werden nach Angaben des Ausschussvorsitzenden Andreas Kossiski unter anderem vier Zeugen, die in einem Heilpädagogischen Kindergarten tätig sind.

Drei von ihnen sollen sich demnach bemüht haben, auf Gefährdungen der Pflegetochter des später wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilten Haupttäters hinzuweisen. Zudem habe eine Kindergarten-Psychologin bereits 2016 den Verdacht auf sexuell übergriffiges Verhalten geäußert.

Der Untersuchungsausschuss durchleuchtet seit September 2019, inwieweit Fehleinschätzungen oder Versäumnisse von Regierungsstellen oder Behörden den Missbrauch auf einem Campingplatz im lippischen Lügde begünstigt haben. Dort hatte es über viele Jahre hundertfach sexuelle Gewalt gegen zahlreiche Kinder gegeben. Das Landgericht Detmold hatte im Herbst langjährige Freiheitsstrafen und Sicherungsverwahrung gegen die Haupttäter verhängt.

Die ersten Zeugenaussagen im Ausschuss hatten Ende Januar eklatante Defizite im Umgang mit dem Fall offenbart. Demnach gab es gravierende Kommunikationsmängel zwischen Jugendamt und Familienhilfe und - trotz mehrerer Hinweise - kein geordnetes Frühwarnsystem über den Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz.

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