Nach Suizid in Essen: Häftling war anfangs unter Sicherung

Essen (dpa/lnw) - Vor dem Suizid eines Häftlings im Essener Gefängnis im Oktober hatten die Behörden keinen Hinweis, dass der Mann selbstmordgefährdet sein könnte. Zu Beginn seiner Untersuchungshaft acht Monate zuvor sei er allerdings noch ganz anders eingestuft worden, wie aus einem Bericht des NRW-Justizministeriums hervorgeht, mit dem sich der Rechtsausschuss des Landtags am Mittwoch beschäftigt. Der Mann aus Bottrop war am 6. Oktober wegen Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden und hatte sich zwei Tage später in seiner Zelle erhängt.

In der Untersuchungshaft waren zunächst Sicherungsmaßnahmen und eine Überwachung im 15-Minuten-Takt angeordnet worden. Später wurden die Maßnahmen gelockert und aufgehoben, nachdem sich der Häftling in Gesprächen mit Psychologen und Fachdiensten stabil gezeigt hatte. Auch nach dem Urteil soll es keinen Anlass zu erneuter Sicherung gegeben haben, so der Bericht. Ein Mitgefangener habe den 40-Jährigen als gefasst und sogar heiter erlebt.

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