Nach Treckerdemo: Edeka bietet Bauern Rollentausch an
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Vor dem Großlager einer Supermarktkette demonstrieren Bauern mit ihren Traktoren. Foto: NWM-TV/dpa
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Minden (dpa) - Der Lebensmittelhändler Edeka will nach der Treckerdemonstration gegen seine Niedrigpreis-Werbung enger mit den Bauern zusammenarbeiten. So sollen Landwirte die Gelegenheit bekommen, für einen Tag mit einem selbstständigen Einzelhändler den Job zu wechseln. Das teilte Edeka Minden-Hannover nach einem Treffen mit Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke sowie mit Vertretern der Landfrauen und der Bewegung «Land schafft Verbindung» am Mittwochnachmittag in Minden mit. Die umstrittenen Werbeplakate sollten «schnellstmöglich» durch ein neues Motiv ersetzt werden.

«Es ist in unserem ureigenen Interesse, eine gute Beziehung mit den regionalen Erzeugern und Produzenten zu pflegen», sagte Edeka-Vorstandssprecher Mark Rosenkranz. «Die derzeit sehr sensible Situation in der Landwirtschaft haben wir unterschätzt.»

Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke begrüßte, dass Edeka die Plakate ändert. Der Verband werde aber weiter für faire Wettbewerbsbedingungen kämpfen, da der Preis für Edeka in Konkurrenz zu den Discountern das entscheidende Werbeinstrument bleibe - «da lassen sie sich nicht beirren», sagte Schulte to Brinke.

Plakate mit der Aufschrift «Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten» hatten die Bauern empört. In der Nacht zum Montag blockierten sie mit rund 200 Traktoren die Zufahrten zum Edeka-Großlager Wiefelstede bei Oldenburg. Edeka sprach allerdings von einem Missverständnis: Gemeint gewesen sei der Ort Essen (Oldenburg), nicht Essen im Sinne von Lebensmitteln. Entsprechend regionalisierte Plakate wurden in mehr als 430 Orten aufgehängt.

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