Neugeborenes in Herforder Babyklappe abgelegt

Hamburg (dpa/lnw) - In einer Babyklappe in Herford ist am Montag ein neugeborenes Kind abgegeben worden. «Dem Kind geht es gut», bestätigte das Klinikum am Donnerstag. Die Abgabestationen sind in mehreren Krankenhäusern vor allem für Frauen eingerichtet, die ihr Baby heimlich geboren haben und erwägen, das Kind auszusetzen oder zu töten. Die Anonymität der Klappe soll die betroffenen Frauen vor Bloßstellung und vor dem Druck des sozialen Umfeldes schützen.

Über eine sichtgeschützte Außenklappe können sie ihr Neugeborenes anonym in ein Wärmebett legen. Innerhalb weniger Minuten soll das Kind dann vom durch einen Signalton verständigten Pflegepersonal versorgt werden. Im Gegensatz zu einer Aussetzung auf der Straße ist diese anonyme Übergabe keine Straftat.

Jedes Jahr werden nach früheren Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums rund acht Neugeborene in Babyklappen abgegeben. Zwischen den Jahren 2000 und 2013 wurden 113 Kinder in einer der 25 beheizten Stationen des Landes abgelegt. Die bundesweit erste «Baby-Klappe» war im April 1999 in Hamburg eingerichtet worden. Hintergrund der Initiative in der Hansestadt war ein in einer Recycling-Anlage gefundenes totes Findelkind.

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