Ökobank GLS: Minizinsen geben alternativer Geldanlage Auftrieb

Frankfurt/Bochum (dpa) - Die Ökobank GLS sieht das Niedrigzinsumfeld als Chance für ihre alternativen Angebote. Immer mehr Kunden gehe es nicht mehr um eine möglichst lukrative Anlage, sondern um einen sinnvollen Einsatz ihres Geldes, sagte der Chef von Deutschlands größter Alternativbank, Thomas Jorberg, am Mittwoch in Frankfurt. «Die Banken wie wir sie heute kennen wird es in zehn Jahren nicht mehr geben.»

Im Jubiläumsjahr 2014 habe sich die Kultur des Bochumer Geldhauses, das auf soziale und ökologische Angebote spezialisiert ist, bewährt. Prozentual zweistellige Zuwächse verzeichnete die GLS Bank erneut im Kundengeschäft: Das Kreditvolumen erhöhte sich zum Vorjahr um 17,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, fast 5000 Kreditkunden kamen hinzu. Die Einlagen kletterten um 12 Prozent auf gut 3,1 Milliarden Euro.

«Wenn es keinen Zins mehr gibt und man dennoch 336 Millionen Euro neu zu einer Bank bringt, dann muss das einen anderen Grund haben», bekräftigte Finanzvorstand Andreas Neukirch. «In so einer Zinslandschaft entsteht natürlich Druck, der ist bezogen auf unser Geschäft aber noch vergleichsweise überschaubar.» Erheblichen Druck erzeugten auch ständig neue Vorgaben für Banken, klagte Jorberg: «Wir haben es geradezu mit einem regulatorischen Monster zu tun.»

Unter dem Strich stand 2014 ein Überschuss von rund 5,8 (Vorjahr: 4,2) Millionen Euro. Dieser wird fast vollständig ausgeschüttet, in den Genuss kommen inzwischen fast 37 300 Mitglieder der genossenschaftlich organisierten GLS Bank. Insgesamt bedient das 1974 gegründete Institut 188 000 Kunden, 23 000 mehr als im Vorjahr.

GLS-Mitteilung zu Bilanz des Jahres 2014

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