Opfer gefoltert und erschlagen: Angeklagter schweigt
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Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
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Bochum (dpa/lnw) - Gut ein Jahr nach dem Fund einer grausam zugerichteten Männerleiche in Recklinghausen hat der Mordprozess begonnen. Der 40-jährige Angeklagte soll sein Opfer im April 2019 in dessen Wohnung gefesselt, mit einer heißen Glühbirne verbrannt und anschließend erschlagen haben. Tatwaffe war laut Anklage der Fuß einer Stehlampe. Die Ärzte hatten später zahlreiche Trümmerbrüche im Gesicht festgestellt. Hintergrund der Tat war angeblich ein Streit im Drogenmilieu. Zum Prozessbeginn vor dem Bochumer Schwurgericht hat der Deutsche mit russischen Wurzeln am Mittwoch zu den Vorwürfen geschwiegen.

Die Richter haben im Prozess ein Video abgespielt, das die letzten Minuten im Leben des Opfers zeigen soll. Darauf ist zu sehen, wie der 33-Jährige auf dem Boden liegt und auf Russisch um sein Leben bettelt. Laut einer Dolmetscherin sind dabei unter anderem diese Sätze zu hören: «Bitte ruf‘ einen Krankenwagen. Ich kann nicht mehr. Ich werde verrecken.»

Der obdachlose Angeklagte war sechs Tage nach der Tat im sauerländischen Warstein festgenommen worden. Das Video befand sich auf einem Handy, das er bei sich trug. Das Bochumer Schwurgericht hat für den Prozess noch Verhandlungstage bis in den September vorgesehen.

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