Paar soll 15-Jährige zur Prostitution gezwungen haben
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Mit einem Richterhammer wie diesem wird auch in diesem Prozess Recht gesprochen. Foto: Uli Deck/PoOL/dpa/Symbolbild
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Bonn (dpa/lnw) - Vor dem Bonner Landgericht muss sich seit Dienstag ein 28-jähriger Angeklagter wegen Zuhälterei, Menschenhandel sowie Zwangsprostitution einer 15-Jährigen verantworten. Gemeinsam mit seiner 31-jährigen Lebensgefährtin, die ebenfalls auf der Anklagebank sitzt, soll er die junge Frau sechs Jahre lang zum Anschaffen in Clubs in Lohmar und in der Schweiz geschickt haben. Ihre Bezahlung - rund 10 000 Euro im Monat - musste sie laut Anklage komplett an den 28-Jährigen abgeben; die Anklage geht insgesamt von rund 180 000 Euro aus.

Um zu verschleiern, dass das Mädchen noch minderjährig ist, hatte sie laut Staatsanwaltschaft in den Clubs mit den Papieren der Lebensgefährtin gearbeitet. Diese soll auch ihre Ansprechpartnerin gewesen sein und sie unter anderem aufgefordert haben, sich den Namen des Angeklagten eintätowieren zu lassen, sich die Haare blond zu färben oder sich auch Schönheits-Operationen zu unterziehen.

Laut Anklage ging die 15-Jährige wegen ihrer emotionalen Verbundenheit zu dem Angeklagten und des Drucks, der auf sie ausgeübt wurde, der Prostitution nach. Angezeigt wurde der Fall nicht von dem Mädchen selbst, sondern von einer Freundin aus der Szene, die ebenfalls Opfer eines Zuhälters geworden war. Der Angeklagte hat angekündigt, sich erst zu einem späteren Zeitpunkt zu den Vorwürfen zu äußern.

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