Parkplatznot bei Lastwagenfahrern: Unfallrisiko durch Überfüllung

Gelsenkirchen (dpa/lnw) - 160 zusätzliche Parkbuchten für Lastwagen stellt der Landesbetrieb Straßen NRW in diesem Jahr fertig. Weitere 300 Stellplätze seien in Nordrhein-Westfalen im Bau, teilte ein Sprecher mit. Für den zunehmenden Lkw-Verkehr fehlen bis 2025 in NRW mindestens 3850 Stellplätze, damit die Fahrer die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können. «Vor allem im Ruhrgebiet wird es nachts eng», sagt Benedikt Althaus, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL).

Das beschäftigt auch die Polizei, die einschreitet, falls Lastwagen Parkplätze für Behinderte nutzen oder Einfahrten versperren. «Wir müssen die Fahrer wecken und bitten weiterzufahren, obwohl das nicht optimal ist», sagt Manfred Blunk, der die Autobahnpolizei in Kamen leitet. Durch Lkw, die in Einfahrten von Parkplätzen halten, habe es aber schon mehrere Unfälle in Deutschland gegeben, bei denen auch Menschen ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden.

«Es hat sich das geduldete und verbotene Parken entwickelt», sagt Althaus. Deshalb hat Hauptkommissar Blunk häufig mit Sachschäden zu tun: «Es werden Grünflächen zerstört und Leitplanken eingedrückt.» Beim Rangieren, um Platz zu finden, werden auch andere Fahrzeuge beschädigt. «Diese Fälle müssen wir aufnehmen und bearbeiten, das raubt uns Zeit», meint Blunk.

Für mehr Stellplätze muss Straßen NRW zunächst geeignete Flächen finden, denn gegen neue Parkplätze an Autobahnen wehren sich immer wieder Bürgerinitiativen. Als beste Lösung sieht Althaus vom VVWL den Ausbau von vorhandenen Parkplätzen.

Aktuell können Lastwagenfahrer in NRW 5850 Stellplätze nutzen. Jede neue Parkbucht an Raststätten kostet 30 000 bis 50 000 Euro - für das Ausheben, den Unterbau, das Asphaltieren, aber auch für die Entwässerung, Grünflächen und Schallschutz.

Parkplatzprojekt Straßen NRW

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