Pausenbrot-Prozess: Gefundene Stoffe passen zu Opfern
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Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv
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Bielefeld (dpa) - Im Prozess um vergiftete Pausenbrote hat ein Experte neue Indizien geliefert. Die beim Angeklagten gefundenen Giftstoffe passten zu den Krankheitsbildern der Opfer, sagte Toxikologe und Rechtsmediziner Thomas Daldrup am Freitag vor dem Landgericht Bielefeld. Angeklagt wegen versuchten Mordes ist Klaus O. (57). Der Deutsche soll mehrere seiner Arbeitskollegen über Jahre in einem Betrieb in Schloß Holte-Stukenbrock mit gefährlichen Substanzen auf deren Pausenbroten vergiftet haben. Zwei von ihnen haben heute schwere Nierenschäden, ein drittes Opfer ist ein Pflegefall und wird mit einem unheilbaren Hirnschaden von seinen Eltern betreut.

Bei den gefundenen Stoffen handelt es sich vor allem um Blei-, Quecksilber- und Cadmiumverbindungen. Vergiftungen dieser Art seien heutzutage sehr selten und kämen vermehrt in unterentwickelten Ländern vor. Bei hohen Dosen reagiere der Körper mit einem Multiorganversagen. Bei geringen Mengen klagen die Opfer über Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelschmerzen. «Der Hausarzt denkt da an alles andere, aber nicht an Gift», sagte der Experte.

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