Pest-Schau über Mittelalter-Pandemie verlängert
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Kurator Leenen steht mit einem Mundschutz in der Ausstellung "Pest - Eine Spurensuche" des LWL-Museum für Archäologie. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild
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Herne (dpa/lnw) - Seit diesem Dienstag können Besucher wieder viele Museen in Nordrhein-Westfalen betreten - eine Ausstellung im Archäologie-Museum in Herne hat dabei nun ungewollt eine besondere Aktualität bekommen. In der nun verlängerten Schau «Pest» können Besucher noch bis 15. November zahlreiche Bezüge der mittelalterlichen Pandemie zur heutigen Coronavirus-Krise entdecken.

«Gerade auf naturwissenschaftlicher Ebene ist vieles nicht vergleichbar. Es gibt aber durchaus viele Muster im menschlichen Verhalten, die wir damals entdecken können, die es nun wieder zu beobachten gibt», sagte Kurator Stefan Leenen, der die bereits im Herbst 2018 eröffnete Schau entwickelt hat. So sei die Quarantäne eine Erfindung des Mittelalters zur Pestprävention. Auch Auswirkungen wie abgebrochene Handelsbeziehungen oder reduzierter Verkehr zwischen Städten habe die Pest seinerzeit gehabt.

Präsent in der Ausstellung ist auch die symbolisch gewordene schnabelförmige Pestmaske: «Diese und andere Exponate zeigen, dass es schon damals Versuche gab, Schutzkleidung für Ärzte oder Priester herzustellen», sagte Leenen. Eine Leerstelle in der Ausstellung zeigt einen weiteren Bezug: Die Feuerwehr Essen hatte eine spezielle Desinfektionsbahre und ein Desinfektionsgerät ausgeliehen, mit der die Ausstellungsmacher zeigen wollten, wie heutige Infektionsausbrüche bekämpft werden könnten. «Die Exponate haben wir zurückgeben müssen, weil die Feuerwehr Eigenbedarf angemeldet hat», sagte Leenen.

Eigentlich sollte die Ausstellung nur bis zum 10. Mai zu sehen sein. Weil viele Leihgaben noch nicht wieder zurück müssen, man verloren gegangene Ausstellungszeit wieder aufholen wolle und das Thema derzeit auf großes Interesse stoße, sei man froh, nun in die Verlängerung gehen zu können, sagte Leenen.

Kunstmuseen, aber auch Naturkunde-, Freilicht- oder eben Archäologiemuseen dürfen seit dieser Woche wieder Besucher empfangen - allerdings unter Auflagen. In vielen Häusern gelten daher Mundschutzpflicht und eine Begrenzung der Besucherzahlen.

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