Polizei zieht im Ruhrgebiet Raser und Poser aus dem Verkehr
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Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
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Dortmund/Recklinghausen (dpa/lnw) - Im Ruhrgebiet hat die Polizei am Freitagabend erneut die Raser- und Tuningszene ins Visier genommen. Am Wall um den Dortmunder Innenstadtkern kontrollierte die Polizei in der Nacht mindestens 226 Fahrzeuge. Auch im Kreis Recklinghausen und in Bottrop gab es Kontrollen.

«Unser Hinweis: Kommen Sie gar nicht erst zum Wall, um Ihre Runden zu drehen. Wir bleiben die ganze Nacht!», twitterte die Polizei Dortmund zu Beginn der Kontrollen - mit dem Stichwort #RuheaufdemWall. Etwas später hieß es: «Nach gerade einmal zwei Stunden sind wir mittlerweile bei fünf sichergestellten Fahrzeugen. Mal sehen, wie viele es noch werden.» Die Autos seien viel zu laut gewesen, etwa wegen einer aufgemotzten Abgasanlage.

Während des Einsatzes in Dortmund wurden laut Polizei 36 Platzverweise ausgesprochen und 33 Verwarngelder verhängt. Zudem gab es Anzeigen aufgrund von Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung oder dem «Erlöschen der Betriebserlaubnis». Sechs Fahrzeuge wurden im Verlauf des Abends abgeschleppt.

Auch in der Phoenixseestraße hatten sich 30 Fahrzeuge versammelt, die von den Polizeibeamten kontrolliert wurden. 30 Personen mussten daraufhin ein Verwarngeld zahlen.

Im Kreis Recklinghausen und in Bottrop überprüfte die Polizei in der Nacht zu Samstag 171 Fahrzeuge. Schwerpunkte der Kontrollen waren neben Bottrop die Städte Recklinghausen und Herten, teilte die Polizei am Samstag mit.

Drei Autos wurden hierbei nach Angaben der Polizei sichergestellt. 30 Mal seien Verwarngelder verhängt worden, unter anderem wegen überhöhter Geschwindigkeit und Handynutzung am Steuer. Zudem gab es acht Anzeigen von Ordnungswidrigkeiten, etwa weil die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug erloschen war. Ein Fahrer stehe im Verdacht, unter Drogeneinfluss gefahren zu sein.

«Wer rast und sich somit rücksichtlos verhält, der gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Gegen Raser gehen wir unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten konsequent vor», teilte Recklinghausens Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen am Samstag mit. Das Ziel der Kontrollen ist der Polizei zufolge insbesondere illegale Straßenrennen zu unterbinden.

Der Dortmunder Einsatzleiter und Polizeihauptkommissar Falko Haarhaus zeigte sich mit den Resultaten der Nacht zufrieden: «Wir haben Raser, Poser und die illegale Tuningszene heute so lange kontrolliert, bis der Wall leer war. Und auch in Zukunft werden wir diese Szene konsequent ausbremsen, bis der letzte Autofahrer oder die letzte Autofahrerin den Spaß am Lärm und Rasen verloren hat.»

Dortmund gilt mit dem Wall als Hochburg der Raser- und Tunerszene in Westfalen. Immer wieder kommt es zu illegalen Rennen, erheblicher Verkehrsgefährdung und starker Lärmbelästigung in der Nacht durch Hupkonzerte und laute Musik. Zuletzt hatte die Stadt zum Lärmschutz in der Nacht Tempo 30 auf dem Wall angeordnet.

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