Prozess um Mord an eigener Tochter: Nur ein Unfall?
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Der Eingang des Amts- und Landgerichtes Düsseldorf. Foto: Jan-Philipp Strobel/Archiv
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein 33-jähriger Familienvater steht wegen Mordes an seiner Tochter in Düsseldorf vor Gericht. Beim Prozessauftakt am Freitag schwieg der Angeklagte zwar zu den Vorwürfen, doch es wurde bekannt, dass seine Anwälte im Scheidungsverfahren behauptet hatten, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. Er sei zwei Mal gestolpert und jeweils auf das Kind gefallen, das dabei wiederum gegen ein Metallregal gestürzt sei.

Doch der Rechtsmediziner schloss diese Version als Todesursache am Freitag aus: Das siebenjährige Mädchen sei erwürgt worden. Das bei der Obduktion vorgefundene Verletzungsbild sei durch die behaupteten Stürze nicht zu erklären.

Der Ägypter soll die Siebenjährige aus Rache an seiner Ehefrau umgebracht haben, der er Untreue unterstellte. Er sei sehr eifersüchtig gewesen, habe seine Frau als «Schlampe» beschimpft und mehrmals damit gedroht, seine Tochter umzubringen, sagte die Staatsanwältin.

Das Drama hatte sich im vergangenen Juli in Düsseldorf abgespielt. In einem Videotelefonat mit der 44-jährigen Mutter soll der bis dahin unbescholtene Vater die weinende Tochter mit einer täuschend echt wirkenden Pistole bedroht haben.

Die Frau wählte von ihrem Arbeitsplatz aus den Notruf der Polizei und eine Spezialeinheit der Polizei eilte zur Wohnung der Familie. Als sich der Mann nach einiger Zeit ergab, fanden die Einsatzkräfte die Tochter leblos in der Wohnung.

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