Prozess um PFT-Umweltskandal vor dem Ende

Paderborn (dpa/lnw) - Die strafrechtliche Aufarbeitung eines der größten Umweltskandale in NRW steht vor einem Ende ohne Urteil. Nach 15 Monaten zäher Verhandlungstage hat das Paderborner Landgericht einen Abschluss für diesen Donnerstag angekündigt. In Abstimmung mit Staatsanwaltschaft und Verteidigern wird das Gericht voraussichtlich die Einstellung des Verfahrens gegen Geldbußen vorschlagen. In dem Prozess müssen sich ein Unternehmer aus Borchen bei Paderborn und sein Betriebsleiter verantworten. Außerdem sitzen mehrere belgische Geschäftspartner der Männer auf der Anklagebank.

Sie sollen zwischen 2003 und 2006 große Mengen mit Gift und Schwermetallen belastete Klärschlämme aus Belgien und den Niederlanden als «Bodenverbesserer» geliefert haben. Empfänger waren Landwirte aus NRW, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Von Feldern im Sauerland war die als krebserregend geltende Industriechemikalie PFT (Perfluorierte Tenside) ausgewaschen worden und hatte unter anderem das aus der Ruhr gewonnene Trinkwasser belastet. Die bei Behörden, Kommunen und Trinkwasser-Versorgern entstandenen Schäden gehen in die Millionen.

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