Prozess um illegale Zigarettenfabrik in Düsseldorf gestartet
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Illegal hergestellte Zigaretten werden in Köln ausgestellt. Foto: Henning Kaiser/dpa
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Prozess um eine der größten jemals in Deutschland entdeckten illegalen Zigarettenfabriken hat am Donnerstag in Düsseldorf begonnen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die in Kranenburg an der deutsch-niederländischen Grenze entdeckte Anlage zehn Millionen Zigaretten pro Woche für den britischen Schwarzmarkt produziert.

Der Steuerschaden beträgt laut Anklage fast sechs Millionen Euro. In der Fabrik waren über einer Million Zigaretten und mehr als 17 Tonnen Tabak beschlagnahmt worden.

Mehrere Verteidiger betonten, ihre osteuropäischen Mandanten seien von der Seriosität der Produktion ausgegangen. Sie seien als Fremdarbeiter in ihren Heimatländern angeworben worden, hätten Arbeitsverträge unterschrieben und seien zum Teil erstmals in Deutschland gewesen.

«Aus ihrer Sicht war das eine normale Tätigkeit», sagte eine Anwältin am Donnerstag. Es handele sich keineswegs um «Mitglieder einer Zigarettenmafia», sagte ein Anwalt, sondern oft um unbescholtene, hart arbeitende Familienväter. Sie hätten Arbeitsverträge unterschrieben, die ihnen 1600 Euro Monatslohn für schwere körperliche Arbeit zusicherten.

«Auch aus Sicht er Staatsanwaltschaft dürfte es sich um kleine Fische handeln», sagte ein Verteidiger. Dennoch seien sämtliche Angeklagte bereits seit einem halben Jahr hinter Gittern. «Mein Mandant hat Paletten mit Kartons auf Lkw verladen. Er wusste nicht einmal, was in den Kartons war», sagte ein Anwalt. Dennoch seien den Angeklagten bereits millionenschwere Steuerbescheide zugestellt worden.

Die Staatsanwältinnen sind der Ansicht, die Angeklagten hätten bemerken müssen, dass es sich um eine illegale Produktion handelt. So seien die Arbeiter angewiesen gewesen, das Gebäude nicht zu verlassen und die Verladezeiten so kurz wie möglich zu halten.

Eine Gerichtssprecherin sagte, ein Drahtzieher der illegalen Produktion befinde sich auch laut Anklage nicht unter den Beschuldigten. Das Landgericht Kleve war für das Verfahren gegen zwölf Angeklagte in den Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts ausgewichen.

Zwölf Männer im Alter von 28 bis 60 Jahren sind wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung, Steuerhehlerei und Verstoßes gegen das Markengesetz angeklagt. Sie waren festgenommen worden, als Polizisten und Zollbeamte das Gelände im vergangenen August gestürmt hatten.

Laut Staatsanwaltschaft wurden binnen eines Monats rund 28,5 Millionen Zigaretten hergestellt. Womöglich lief die Produktion aber bereits seit Ende 2016, hatten Zollfahnder berichtet. Die Zigaretten sollen für den britischen Schwarzmarkt mit seinen hohen Tabakpreisen bestimmt gewesen sein.

© dpa-infocom, dpa:210217-99-483213/4

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