Prozessbeginn gegen mutmaßlichen PKK-Finanzchef

Düsseldorf (dpa/lnw) - Gegen den mutmaßlichen früheren Finanzchef der kurdischen Arbeiterpartei PKK in Europa beginnt am kommenden Mittwoch in Düsseldorf der Strafprozess. Der 47-jährige türkische Staatsbürger muss sich wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten, teilte ein Gerichtssprecher am Freitag mit.

Der Beschuldigte soll unter dem Decknamen «Hamza» von Juni 2003 bis Juni 2004 zunächst in Deutschland den PKK-Sektor Mitte geleitet haben. Nach einem längeren Aufenthalt bei der PKK-Führung im Nord-Irak soll er von 2007 bis 2010 an der Spitze des «Wirtschafts- und Finanzbüros» der Organisation in Europa im belgischen Antwerpen gestanden haben, so die Anklage. Er wurde im April 2012 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) kämpft für einen staatenähnlichen Verbund der kurdischen Siedlungsgebiete in der Türkei, Syrien, Iran und Irak. In Deutschland und anderen Ländern Westeuropas haben ihre Mitglieder vor allem die Aufgabe, Finanzmittel für die Organisation zu beschaffen und Nachwuchs für den Guerillakampf zu rekrutieren. Das Gericht geht von einer mehrmonatigen Prozessdauer aus. Der Angeklagte muss mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen.

Pressemitteilung Bundesanwaltschaft

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