RWE-Aktionäre: «Tief enttäuscht» über gestrichene Dividende
DPA
Ernst Gerlach. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
DPA

Essen (dpa) - Die kommunalen Aktionäre des RWE-Konzerns sind «tief enttäuscht» über die Pläne des Unternehmens, erneut die Dividende zu streichen. Das sagte der Geschäftsführer des Verbandes der kommunalen RWE-Aktionäre, Ernst Gerlach, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. RWE habe durch den Börsengang der Tochter Innogy im Herbst erhebliche Mittel eingenommen und noch vor kurzem eine Anleihe unter Hinweis auf die «solide Finanzposition» zum frühestmöglichen Termin zurückgezahlt. All das habe die Erwartungen der Kommunen gestärkt, am Erfolg ebenfalls beteiligt zu werden. Stattdessen müssten die Aktionäre nun erneut einen Beitrag zur Sanierung tragen. «Nicht einmal eine kleine Anerkennungsdividende - das enttäuscht uns», sagte Gerlach.

Das könnte Wasser auf die Mühlen von denjenigen sein, die zum Verkauf von kommunalen RWE-Aktien raten, warnte Gerlach. Ein solcher Schritt sei angesichts des derzeitigen Kurses aber irrational. «Jetzt zu verkaufen, wäre ökonomisch falsch, weil es nur Verluste realisiert.» Kommunen vor allem aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet halten gut 23 Prozent der RWE-Anteile. Der Energieriese hatte am Mittwochmorgen angekündigt, die Dividende wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage zum zweiten Mal in Folge zu streichen. Ab 2017 sollen aber wieder mindestens 50 Cent pro Aktie gezahlt werden.

SOCIAL BOOKMARKS