Radfahrer angefahren und geflohen: Angeklagter gesteht
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/dpa/Symbolbild
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Aachen (dpa/lnw) - Ein Angeklagter hat vor dem Aachener Landgericht gestanden, einen Radfahrer angefahren und keine Hilfe geholt zu haben - der Mann starb. Der 35 Jahre alte Autofahrer ist wegen versuchten Mordes durch Unterlassen angeklagt. Der bereits für vergangene Woche angesetzte Prozess musste wegen eines Formfehlers am Freitag noch mal neu beginnen.

Der angeklagte Deutsche schilderte vor Gericht, dass er an jenem Abend im September 2019 mit seinem - wegen Beihilfe angeklagten - Freund zum Darts-Spielen in Eschweiler war und dort drei Bier getrunken habe. Auf dem Heimweg seien die beiden Männer, die laut Anklage keinen Führerschein besaßen, in ihren Autos hintereinander her gefahren. Plötzlich habe er irgendetwas im Scheinwerferlicht gesehen - dann habe es einen lauten Knall gegeben, sagte der 35-Jährige Vater von neun Kindern.

Als er ausgestiegen sei, habe er den reglos am Boden liegenden Radfahrer entdeckt. Er sei davon ausgegangen, dass der 19-Jährige tot sei, und habe Panik bekommen. Sein Freund habe ihm dann geholfen, sein nicht mehr fahrtüchtiges Auto abzuschleppen. Am nächsten Tag habe er einen baugleichen Wagen gekauft und vor seine Tür gestellt.

Der Radfahrer war noch am Unfallort in Würselen gestorben. Nach Angaben eines Gerichtssprechers konnte nicht geklärt werden, ob ein Notarzt das Leben des 19-Jährigen hätte retten können. Deshalb habe die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchten Mord und nicht als Mord gewertet.

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