Rehe auf Reviersuche: Jagdverband warnt vor Wildunfallgefahr
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Rehe stehen zwischen den blühenden Bäumen auf einer Obstplantage auf der Fahner Höhe. Foto: Martin Schutt/Archiv
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Deutsche Jagdverband (DJV) warnt Autofahrer vor aktuell erhöhter Wildunfallgefahr. Einjährige Rehe würden alljährlich im März und April von den Rehböcken vertrieben und suchten eigene Reviere. Da der Lebensraum der Tiere knapp sei, finde das auch entlang von stark befahrenen Straßen statt, sagte eine Sprecherin des Deutschen Jagdverbandes. Auch viele Rehböcke auf Futtersuche seien unterwegs. Allein im Kreis Höxter hatte es Anfang Mai an nur einem Wochenende 20 Unfälle mit Wildbeteiligung gegeben.

Wegen der soeben angelaufenen Grünlandernte müssen auch die Landwirte vermehrt darauf achten, dass sie beim Mähen ihrer Wiesen - als Futter für Nutztiere - keine jungen Kitze erwischen, sagte Gregor Klar, Referatsleiter für Naturschutz beim Landesjagdverband (LJV). Junge Kitze werden auch «Ducker» genannt: Sie ducken sich zum Schutz im hohen Gras und können dabei von den Landwirten leicht übersehen werden.

Das Land NRW gelte wegen seiner hohen Verkehrsdichte als besonderer Hotspot für Wildunfälle, sagte der Sprecher des Landesjagdverbandes NRW, Andreas Schneider. Laut der aktuellen Statistik des NRW-Umweltministeriums wurden im Jagdjahr 2017/18 (30. März) fast 100 000 Rehe getötet, mehr als ein Drittel davon im Straßenverkehr. Damit stieg die Zahl der getöteten Tiere im Vorjahresvergleich um knapp 4000 Tiere. Wildunfälle können auch für Menschen gefährlich sein: Nach Angaben des ADAC sind im Jahr 2017 bundesweit zehn Verkehrsteilnehmer durch Wildunfälle zu Tode gekommen. Aktuellere Zahlen gebe es noch nicht.

Lässt sich ein Wildunfall nicht mehr vermeiden, empfiehlt die DJV-Sprecherin eine Vollbremsung. Dabei sollten Fahrer geradeaus lenken und hupen. Häufig blieben Rehe regungslos auf der Straße stehen, weil sie von den Autoscheinwerfern geblendet würden. Das Hupen könne sie doch noch dazu bringen, rechtzeitig zu fliehen. Weichen Fahrer dem Wild aus und landen mit dem Auto im Straßengraben, bestehe die Gefahr, dass die Versicherung nicht zahlt, so die Sprecherin.

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