Rinderherpes: Drei Landwirte klagen gegen Massentötung
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Nüstern und Maul einer Kuh. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archiv
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Aachen (dpa/lnw) - Drei Aachener Landwirte sollen ihre mehr als 670 Rinder töten, weil die Tiere mit der Tierseuche Rinderherpes infiziert sind. Gegen die Anordnung der Städteregion Aachen wehren sich die Tierhalter vor dem Aachener Verwaltungsgericht. Da sie in ihrem Kampf in den letzten Monaten die Öffentlichkeit mobilisiert haben, findet die Verhandlung am Montag (3. Februar) im großen Schwurgerichtssaal des Justizzentrums statt - es wird mit Publikum gerechnet. Zuletzt waren Hunderte Menschen dem Protestaufruf eines Landwirts gefolgt, der seine Herde mit rund 500 Tieren töten soll.

Die Landwirte waren zuvor mit ihren Eilanträgen gescheitert. Das Veterinäramt sei zum Schutz von Rindern vor einer Infektion befugt, die Tötungsanordnung zu erlassen, hatten die Richter festgestellt. Dabei gehe es neben der Vorbeugung einer weiteren Verbreitung auch um die generelle Bekämpfung des Virus.

In einer Online-Petition an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) fordert die Tochter eines betroffenen Landwirts eine Änderung der gesetzlichen Bestimmungen zur Bekämpfung von Rinderherpes. Bei der Herde im Familienbetrieb seien nur Antikörper nachgewiesen worden, die auf eine Infizierung hindeuteten. Die Tiere zeigten keine Krankheitssymptome.

Außerdem sei das Virus für Menschen völlig ungefährlich und könne auch nicht übertragen werden. Es gehe nur darum, dass Deutschland seinen Status «rinderherpesfrei» behalte, um Tiere besser vermarkten zu können, schrieb Anja Giesen. Das werde nur durch eine konsequente Schlachtung aller Verdachtsfälle erreicht.

Das Verwaltungsgericht Aachen hat zu der Verhandlung einen Virusexperten vom Friedrich-Loeffler-Institut geladen, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Nach Angaben des Gerichts ist offen, ob am Montag eine Entscheidung fällt.

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