Ruhrbischof nennt Proteste gegen Überfremdung «beschämend»

Essen (dpa/lnw) - Mit scharfen Worten kritisiert Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck öffentliche Proteste gegen eine vermeintliche Überfremdung der Gesellschaft. «Das Boot ist lange noch nicht voll. Es ist absurd zu behaupten, dass Justiz, Kultur und Politik hierzulande vor einer Islamisierung stünden», sagt der Bischof des Bistums Essen in seiner Weihnachtsbotschaft. Seit Wochen folgen Tausende dem Aufruf des Bündnisses «Pegida» und protestieren gegen eine angebliche «Überfremdung» Deutschlands.

Overbeck nennt die Rituale der Angst und Hetze «beschämend». Millionen Menschen müssten vor Terror und Unterdrückung fliehen, verlören ihren Besitz, ihre Familie und ihre Heimat. «Wir sind eine integrationsfähige Gesellschaft, in der wir Christen helfen, Raum zu schaffen für Solidarität und für die Achtung der Würde aller Menschen», sagte der Bischof. Er rief die Christen zu einer vorbehaltlosen Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen auf.

Presse Bistum Essen

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