Ruhrwirtschaft: Weiterer Verlust von Jobs in der Industrie
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Ein Bauhelm hängt auf einer Baustelle. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild
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Essen (dpa/lnw) - Die Wirtschaft im Ruhrgebiet warnt vor einem weiteren Verlust von Industriearbeitsplätzen in der Region. Ein hoher Industrieanteil sei «geradezu der Motor für die Gesamtwirtschaft», sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammmer Essen, Gerald Püchel, am Dienstag bei der Vorstellung des Konjunkturberichts für das Ruhrgebiet.

Regionen in NRW mit einem überdurchschnittlichen Industrieanteil, wie etwa Ostwestfalen-Lippe, schnitten wirtschaftlich gut ab und würden das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft tun. Dort sei der prozentuale Anteil der Industrie an der Gesamtbeschäftigung inzwischen fast doppelt so hoch wie im Ruhrgebiet.

Das Revier leide darunter, dass seit dem Jahr 2000 fast jeder dritte Industriearbeitsplatz abgebaut worden sei, sagte Püchel. Aktuell plant Thyssenkrupp die Streichung von Jobs beim Stahl in großer Zahl. Unter dem Verschwinden von gut bezahlten Jobs in der Industrie litten mit Zeitverzögerung auch die Dienstleistungsbranche und der Handel.

Das Wirtschaftswachstum sei in Ostwestfalen und anderen Regionen mit hohem Industrieanteil deshalb höher als im Ruhrgebiet. Politik und Kommunen an der Ruhr müssten deshalb viel mehr für die Neuansiedlung von Industriebetrieben tun, forderten die fünf Industrie- und Handelskammern aus dem Revier. Ein großes Problem sei der Mangel an Flächen für neue Betriebe.

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