Säugling nach Schütteltrauma behindert: Vater angeklagt
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Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht Bonn angebracht. Foto: Oliver Berg/Archivbild
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Bonn (dpa/lnw) - Ein Vater soll seinen Säugling so heftig geschüttelt haben, dass das Kind das Bewusstsein verlor - und für immer geistig behindert bleibt: Wegen schwerer Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen hat die Bonner Staatsanwaltschaft jetzt einen 24-Jährigen aus dem Rhein-Sieg-Kreis angeklagt, wie ein Bonner Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte.

Demnach war der arbeitslose Vater abends alleine mit seinem vier Monate alten Kind, während die Mutter zum Schichtdienst gegangen war. Laut Anklage soll der Vater mit der Betreuung seines Sohnes überfordert gewesen sein. Demnach habe er versucht haben, das Baby durch kräftiges Schütteln zu beruhigen. Als der Junge plötzlich still war und nicht mehr reagierte, habe der Angeklagte sofort den Notarzt gerufen. Der Junge musste reanimiert werden. Er erlitt laut Anklage unheilbare Verletzungen des Gehirns und wird zeitlebens geistig behindert sein.

Der Angeklagte bestreitet laut Gericht, den Säugling geschüttelt zu haben: Das Kind habe sich beim Trinken so verschluckt, dass es gekrampft habe und schließlich das Bewusstsein verlor.
Die Staatsanwaltschaft hält das für eine Schutzbehauptung: Nach einem gerichtsmedizinischen Gutachten liege eindeutig ein Schütteltrauma vor. Der Prozess soll vor einer großen Kammer des Bonner Landgerichts stattfinden. Ein Termin steht noch nicht fest.

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