Salafistengewalt in Bonn hat gerichtliches Nachspiel

Bonn (dpa/lnw) - Vor dem Bonner Landgericht beginnt am 10. Oktober die Hauptverhandlung gegen ein Mitglied der Salafisten. Der Mann soll im Mai bei Ausschreitungen in Bonn zwei Polizisten mit einem Messer verletzt haben. Gegen den wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung bekannten Angeklagten hatte die Polizei zunächst wegen versuchten Polizistenmordes ermittelt. Dem heute 26-Jährigen wird in der Anklage nun Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall, gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in besonders schwerem Fall vorgeworfen.

Bei den von der rechtsextremen Partei «Pro NRW» provozierten Ausschreitungen nahe der König-Fahd-Akademie waren insgesamt 29 Polizeibeamte verletzt worden. Weniger als 30 Pro-NRW-Leuten hatten rund 500 bis 600 Gegendemonstranten gegenübergestanden. Als Pro-NRW-Anhänger eine Mohammed-Karikatur in die Höhe hielten, soll der Angeklagte mit anderen Gegendemonstranten Flaschen und Steine auf die Polizisten geworfen haben. Schließlich soll er unvermittelt zwei Polizeibeamte mit einem Messer angegriffen und ihnen tiefe Fleischwunden in den Oberschenkeln zugefügt haben.

Das Gericht hat zunächst vier Verhandlungstage festgesetzt.

Pressemitteilung des Landgerichts

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