Schwaches 0:0 für Schalke und Mainz: «Keine Wunderdinge»
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Shkodran Mustafi (l) vom FC Schalke 04 und Adam Szalai vom 1. FSV Mainz 05 in Aktion. Foto: Guido Kirchner/dpa
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Gelsenkirchen (dpa) - Nach dem Spiel war die Enttäuschung bei beiden Teams riesengroß. Durch das 0:0 im erschreckend schwachen Abstiegsduell verpassten sowohl der FC Schalke 04 als auch der FSV Mainz 05 den dringend benötigten Punkte-Dreier. Für den abgeschlagenen Bundesliga-Letzten Schalke und seinen neuen Trainer Dimitrios Grammozis hätte der erst zweite Saisonsieg im 24. Spiel noch einmal so etwas wie leichte Aufbruchstimmung erzeugen können. Für die Rheinhessen wäre es hingegen ein echter Befreiungsschlag gewesen. So sprang Mainz zumindest bis Sonntag «nur» auf den Relegationsrang 16. «Das ist einfach zu wenig», schimpfte 05-Mittelfeldspieler Dominik Kohr und sein Trainer Bo Svensson haderte: «Ich ärger mich, denn den Sieg hätten wir verdient gehabt.»

Dabei ist diese Sichtweise so eine Sache. Im Duell zweier kaum bundesligatauglichen Mannschaften war Mainz vor allem in der zweiten Halbzeit die etwas entschlossenere. Das Problem dabei formulierte Abwehrspieler Stefan Bell: «Wir hatten 20 Torschüsse, aber davon waren nur zwei gefährlich.»

Schalke hingegen wäre froh gewesen, hätte es überhaupt die Kraft für 20 Torschüsse gehabt. Bemüht war das stark ersatzgeschwächte Team im ersten Spiel unter dem fünften Schalker Cheftrainer in dieser Saison. Was neben dem spielerischen Unvermögen indes nachdenklich stimmte, waren die offensichtliche Fitnessdefizite des einstigen Spitzenclubs. Während Mainz in der zweiten Halbzeit nach vorne zumindest noch einmal alles versuchte, waren die Königsblauen völlig k.o.. «Es war natürlich ein sehr intensives Spiel», antworte Grammozis diplomatisch auf die naheliegende Frage zum Fitnesszustand, ohne direkt nach seinem ersten Spiel seine Vorgänger kritisieren zu müssen.

Zwischen den Zeilen ließ Suat Serdar indes anklingen, dass es im Training der vergangenen Wochen offenbar Defizite gegeben habe. «Der Trainer wird mit uns noch viel arbeiten, damit wir dann in den letzten Minuten besser aussehen», sagte Serdar über Grammzosis, der auf den am vergangenen Sonntag geschassten Christian Gross gefolgt war. «Wir können keine Wunderdinge in zwei Tagen vollbringen», sagte Grammozis selbst. Und deshalb dürfte wegen der unter zwei Sportchefs und mindestens vier Trainern kumulierten Fehler der vergangenen zwei Jahren ziemlich sicher im Sommer auch der vierte Bundesliga-Abstieg stehen.

© dpa-infocom, dpa:210305-99-708312/8

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