Schwuler Schützenkönig trotzt Kritik

Düsseldorf (dpa/lnw) - Trotz der Kritik seines Dachverbands hat ein schwuler Düsseldorfer Schützenkönig am Samstagabend gemeinsam mit seinem Ehemann den Thron seiner Kompanie bestiegen. Das teilte ein Sprecher der Friedrichstädter Reserve mit. Der mit einem Mann verheiratete Würdenträger Udo Figge verstoße aber damit gegen die Traditionen, hatte der christlich-konservative Dachverband zuvor moniert. «Es entspricht nicht der Tradition, dass ein Königspaar aus Männlein und Männlein oder Weiblein und Weiblein besteht», sagt Rolf Nieborg, der Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS).

Eine Alibi-Frau für das Königsamt zu nehmen, lehnt Figge aber ab: «Ich habe meinen Mann geheiratet, um solche schönen Momente mit ihm teilen zu können», sagte er vor der Inthronisierung. Der SPD-Lokalpolitiker und sein Mann Dirk Jehle leben sind seit 1992 ein Paar und seit 2002 verheiratet.

Die Kritik an Figge erinnert an die Debatte um einen muslimischen Schützenkönig im vergangenen Jahr. Der Verband hatte ihn zunächst abgelehnt, diskutiert aber inzwischen über eine Öffnung für Andersgläubige.

Bericht im Express

Bericht RP

Bericht Bild

Stellungnahme BHDS zur Wertediskussion

SOCIAL BOOKMARKS