Seltener Kunstgenuss im Impfzentrum Bottrop

Bottrop (dpa/lnw) - Impfdosen und Kunst live - beides zählt in der Corona-Pandemie zur begehrten Mangelware. In Bottrop kommen Besucher des Impfzentrums ab Montag in den Genuss von beidem. Gereon Krebber (48) lehrt an der Kunstakademie Düsseldorf und sollte seine Werke ursprünglich in einem neuen Anbau des Kulturzentrums B12 präsentieren. Doch wegen der Corona-Pandemie bleiben alle Museen derzeit geschlossen. Der in Bottrop aufgewachsene Kunst-Professor zeigt seine Werke ab Montag (8.2.) jetzt da, wo die Menschen hindürfen und wollen. «Was könnte zur jetzigen Situation besser passen als ein Impfzentrum?», meint der Künstler laut einer Mitteilung der Stadt. «Ich nutze gern kunstferne Orte.»

Eine offizielle Eröffnung gab es aus Infektionsschutzgründen nicht, soll aber vielleicht später nachgeholt werden. Frei zugänglich sind die Werke ebenfalls nicht. Nur Menschen mit Impftermin haben in der Wartezeit einen Blick auf die Krebber-Kunst. «Es ist eine Spontan-Ausstellung an einem ungewöhnlichen Ort», erläutert Katrin Reck, Kuratorin des neuen B12-Raums, in dem die Werke ursprünglich gezeigt werden sollten.

Das Impfzentrum Bottrop ist in einem ehemaligen Indoor-Golf-Zentrum untergebracht. In der Hallenmitte ist derzeit aus hygienischen Gründen eine Kunstrasenfläche mit Planen abgedeckt. Diesen fürs Impfen verlorenen Bereich nutzt Krebber jetzt als Ausstellungsort für seine Skulpturen, die alle vor der Pandemie entstanden sind. Sofort ins Auge springt eine liegende, rosafarbene Figur mit dem Titel «Puppe» (2007) aus Spachtelmasse und Styropor.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-316433/2

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