Staatsanwalt im Anna-Prozess: Pflegemutter schuld

Bonn (dpa/lnw) - Im Bonner Anna-Prozess hat die Staatsanwaltschaft vor allem die Pflegemutter für den gewaltsamen Tod des neunjährigen Mädchens verantwortlich gemacht. Oberstaatsanwalt Robin Faßbender sagte am Donnerstag zu Beginn seines Plädoyers, es habe der 52 Jahre alten Pflegemutter offenbar Spaß gemacht, das Kind zu quälen. Ein Jahr lang habe sie es zum Beispiel in der Badewanne immer wieder untergetaucht. Sie habe es gezwungen, seinen eigenen Kot zu essen. «Dieser Umgang mit dem Kind kann getrost als menschenverachtend bezeichnet werden», sagte Faßbender. Es sei der Angeklagten um Machtausübung und Unterwerfung des Kindes gegangen. An ihrer Behauptung vom Problemkind sei nichts dran - Anna sei ein völlig normales Kind gewesen.

Anna war einem gerichtsmedizinischen Gutachten zufolge gestorben, nachdem sie 2010 in der Badewanne länger als drei Minuten unter Wasser getaucht worden war.

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