Stadt Aachen soll Tivoli-Stadion kaufen

Aachen (dpa/lnw) - Die Stadt Aachen soll für einen Euro das Tivoli-Stadion des Traditionsclubs Alemannia Aachen kaufen. Bei der nächsten Stadtrats-Sitzung am 20. November stehe eine Grundsatzentscheidung auf der Tagesordnung, teilte die Stadt am Dienstag nach einem Gespräch mit Politik und Insolvenzverwaltern mit. Die Stadt kostet das Stadion jährlich 2,5 bis 3,5 Millionen Euro mit Betriebskosten, Zins und Tilgung. «Aachener Zeitung» und «Aachener Nachrichten» hatten zuvor über die Kaufabsichten berichtet.

Mit dem Kauf wäre das Stadion nicht mehr in der Insolvenz, sagte der zuständige Dezernent der Stadt, Lothar Barth. Die Stadt könnte mit dem Stadion wieder Einnahmen erwirtschaften, «um den Deckungsbeitrag wieder deutlich nach oben zu fahren». Das durch die Insolvenz sehr schwierig gewordene Kongress- und Seminargeschäft könnte wiederbelebt werden. Gespräche mit potenziellen Investoren, die auf dem Stadion-Areal bauen wollten, könnten aufgenommen werden.

Regionalligist Alemannia Aachen hätte die Sicherheit, auf dem Tivoli spielen zu dürfen. Der Hauptmieter des Stadions, die Alemannis, könnte damit das Insolvenzverfahren für den Spielbetrieb abschließen und auf Sponsorensuche gehen, sagte Barth. Die Stadt geht davon aus, dass die beiden anderen Grundschuld-Gläubiger, die AachenMünchener Versicherung und das Land Nordrhein-Westfalen, dem Vorhaben zustimmen werden.

Hauptauslöser für die Finanzmisere des Vereins war das im Sommer 2009 eröffnete 50 Millionen Euro teure Tivoli-Stadion. Hohe Rückzahlungen hatten der Alemannia mehr und mehr zu schaffen gemacht. Nach einer Umschuldung hatten externe Prüfer weitere Finanzlöcher entdeckt. Da der Verein die Stadionmiete nicht mehr bezahlen konnte, geriet auch die Immobiliengesellschaft Stadion GmbH in die Insolvenz.

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