Stahl-Tarifverhandlungen: Streitpunkt Freizeit statt Geld
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Stahlarbeiter beteiligen sich vor einem Werkstor von Thyssenkrupp an einer Kundgebung der Gewerkschaft IG Metall. Foto: Bernd Thissen/Archiv
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Düsseldorf (dpa) - Nach einer Serie von Warnstreiks gehen die Tarifverhandlungen in der nordwestdeutschen Stahlindustrie am Montag (16.00 Uhr) in Düsseldorf in die vierte Runde. Die IG Metall fordert für die rund 72 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sechs Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben bisher noch kein Angebot vorgelegt.

Die Gewerkschaft hatte in den vergangenen beiden Wochen mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. In insgesamt 58 Betrieben legte nach ihren Angaben rund 14 500 Beschäftigte zeitweise die Arbeit nieder. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, der nordrhein-westfälische IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler, forderte von den Arbeitgebern «ein konstruktives Verhalten am Verhandlungstisch».

Besonders umstritten ist die Forderung der Gewerkschaft nach Einführung eines Urlaubsgelds von 1800 Euro, das auch in freie Tage umgewandelt werden kann. «Schicht schlaucht. Gerade im Stahl», hatte Giesler die Forderung begründet. In der Stahlindustrie arbeiteten 70 Prozent der Beschäftigten im Schichtbetrieb. Das führe zu hohen gesundheitlichen Belastungen.

Die Arbeitgeber befürchten eine Überforderung der Unternehmen. Wenn die Entgeltumwandlung für alle Beschäftigten gelten solle, bedeute dies eine Arbeitszeitverkürzung von 1,5 bis 2 Stunden in der Woche. «Das kann sich kein Betrieb der Stahlindustrie leisten», hatte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Stahl, Bernhard Strippelmann, gesagt.

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