Streit mit Katar: Zwanziger-Klageerwiderung eingegangen

Düsseldorf (dpa) - Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger wehrt sich gegen eine Klage des Fußballverbands des Golf-Emirats Katar. Dem Landgericht Düsseldorf liege die Klageerwiderung Zwanzigers vor, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch und korrigierte damit Angaben des Gerichts vom Vortag. Das 22-seitige Schreiben sei sogar bereits am 8. September eingegangen und inzwischen dem Prozessgegner übermittelt worden.

Zwanziger hatte Katar im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe der WM 2022 als «Krebsgeschwür des Weltfußballs» bezeichnet. Dagegen klagt der Fußballverband Katars auf Unterlassung. Die Klage des WM-Gastgebers von 2022 gegen Zwanziger soll am 2. Februar 2016 vor dem Düsseldorfer Landgericht verhandelt werden.

Zwanziger benennt als mögliche Zeugen im mündlichen Verfahren unter anderem FIFA-Chef Joseph Blatter, UEFA-Präsident Michel Platini und auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

In seiner Erwiderung beruft sich Zwanziger unter anderem auf Papst Franziskus, der unlängst vom Konsumismus als «Krebsgeschwür der Gesellschaft» gesprochen habe. Seine Aussage sei von der Meinungsfreiheit gedeckt und eine zulässige Kritik am System Katar. Insofern habe schon der Fußballverband Katars als Kläger keine Legitimation, weil er gar nicht angesprochen worden sei.

In einer Mitteilung der katarischen Botschaft hieß es seinerzeit, die Äußerung sei «eine nicht hinnehmbare Verleumdung und Herabwürdigung» der Bürger Katars und der staatlichen Gemeinschaft. Die Aussage sei eine Kollektiv-Beleidigung, hieß es.

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