Streit um Düsseldorfer Wahrzeichen «Radschläger»

Düsseldorf (dpa/lnw) - Um die Darstellung des Düsseldorfer Wahrzeichens «Radschläger» ist ein Urheberrechtsstreit entbrannt. Die Alleinerbin von Prof. Friedrich Becker (1922-1997) sieht sich im Besitz der Urheberrechte an einer Radschläger-Darstellung aus dem Jahr 1957.

Sie hat nun eine Anwältin verklagt, die für das Rheinische Stifterforum mit einem Radschläger-Logo für soziales Engagement wirbt. Die Sache werde am 22. April verhandelt, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Landgerichts am Dienstag auf Anfrage. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Während die Klägerin meint, das Logo verletze ihre Rechte, sieht das die Gegenseite nicht so. «Unser Siegel hat viele andere Merkmale als die Becker-Darstellung und erreicht eine eigene Werk- und Schöpfungshöhe», sagte Rechtsanwältin Maren Jackwerth. Außerdem reiche der Radschläger-Brauch Jahrhunderte zurück, sei altes Kulturgut und es gebe zahlreiche ältere Darstellungen als die Beckers.

Der Düsseldorfer Radschläger gilt als älteste Tradition der Stadt Düsseldorf und eines ihrer Wahrzeichen. Der Brauch soll angeblich bis ins Jahr 1288 zurückgehen, als die Truppen des Kölner Erzbischofs in der Schlacht bei Worringen vernichtend geschlagen wurden und die Kinder in Düsseldorf vor Freude in den Straßen Räder schlugen.

Der Radschlag ist ein turnerischer Überschlag, bei dem der Radschläger mit gespreizten Beinen kurz im Handstand ist, bevor er wieder auf die Füße kommt.

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