Studie: Weiter kaum Frauen in kommunalen Spitzenpositionen

Hagen (dpa/lnw) - Frauen sind unter den Oberbürgermeistern, Ratsmitgliedern und Dezernatsleitern in deutschen Großstädten weiterhin klar in der Minderheit. Auch in diesem Jahr galt: Wichtige Posten wurden bevorzugt mit Männern besetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorgestellte Studie der Fernuniversität Hagen im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung.

Untersucht wurde der Anteil der Frauen an Ratsmandaten, Ausschussvorsitzen, Fraktionsvorsitzen, Dezernatsleitungen und dem Oberbürgermeisteramt in 79 Großstädten mit jeweils mehr als 100 000 Einwohnern. Spitzenreiter ist demnach Trier, in dessen Stadtrat 45,5 Prozent Frauen sitzen. Schlusslicht ist Magdeburg, wo sich in den kommunalen Ämtern nahezu keine Frauen finden. Bundesweit sind derzeit nur 14 Prozent der Stadtoberhäupter weiblich.

Die Großstädte in Nordrhein-Westfalen schnitten bei der Erhebung nur mäßig ab. Als erste NRW-Stadt auf der Liste findet sich Köln auf Platz 9, gefolgt von Aachen (Platz 11) und Dortmund (Platz 19). Düsseldorf schaffte es nur auf Platz 36.

Den Grund für das vergleichsweise schlechte Abschneiden der NRW-Großstädte sieht die Studie auch beim Kommunalwahlrecht des Landes. Frauen würden durch die Vergabe von Kandidaturen für Direktmandate benachteiligt, da zumeist männliche Parteimitglieder auf den aussichtsreicheren Listenplätzen landeten.

Angesichts der 2014 anstehenden Kommunalwahlen in elf Bundesländern, darunter auch in NRW, fordert die Studie eine gesetzliche Frauenquote. Man hoffe, durch die Rangliste «ein bisschen Druck auf die Parteien auszuüben, ihre Listen prominent mit Frauen zu besetzen», sagte Sabine Drewes, Expertin für Kommunalpolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung.

Gender Ranking Heinrich Böll Stiftung

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