Tafeln in NRW in Sorge: Weniger Spenden wegen Coronavirus
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Lebensmittel werden in einer Ausgabestelle der Tafel einsortiert. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archiv
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Neuss (dpa/lnw) - Hamsterkäufe wegen des Coronavirus sorgen teils für leere Regale und drücken damit auch auf die Spendenbereitschaft des Handels für die Tafeln in NRW. «Es ist viel weniger geworden. Bei Salat, Obst, Gemüse, Milchprodukten kommt kaum noch was rein», sagte die Mitarbeiterin der Tafel Unna am Montag auf dpa-Anfrage. «Das macht uns Sorgen, denn wir haben Kunden, die zum großen Teil von dem abhängig sind, was sie bei uns bekommen.» Auch aus Bochum hieß es, man erhalte deutlich weniger Obst, Gemüse, Fleisch- und Milchprodukte. Wie lange die Vorräte noch reichten, sei ungewiss, sagte der Vorsitzende Manfred Baasner. In den vergangenen Wochen hatten mancherorts auffällige Vorratskäufe in Discountern und Supermärkten für Schlagzeilen gesorgt.

Aus Herzogenrath bei Aachen meldete die Tafel ein «dickes Minus für alles, was in den Kühlschrank muss» sowie weniger Obst und Gemüse. «Wir spüren schon, dass weniger von den Discountern kommt», schilderte Dieter Lecher. «Wir haben noch Vorräte. Aber wir hoffen, dass sich das Ganze bald entspannt.» In Hürth bei Köln hieß es: «Es ist ein bisschen Flaute, reicht aber noch.» Haltbare Produkte wie Reis, Zucker, Salz oder WC-Papier, die offenbar in den Geschäften vielfach «gehamstert» würden, gebe man in der Tafel grundsätzlich nicht aus.

Der Landesverband NRW mit 130 Mitgliedern und Sitz in Neuss sieht keinen Anlass zur Sorge: «Noch hat uns keine Tafel um Hilfe angerufen», betonte der Vorsitzende Wolfgang Weilerswist. Traditionell gehe zwischen Karneval und Ostern immer etwas weniger Obst und Gemüse an die Tafeln, weil diese dann vergleichsweise teuer seien. Reis, Nudeln oder Konserven - aktuell Ziel von «Hamsterkäufern» - gehörten nicht zum Angebot der Tafeln. In Essen als einer der größten Tafeln spürt man keine Ebbe. «Es gab mal einen einzigen Tag, an dem es weniger war.» Ansonsten laufe es normal, sagte ein Sprecher. Man versorge rund 6000 Menschen pro Woche und habe noch niemanden vertrösten müssen.

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