Tausende gegen Pegida in Köln und Münster - Dom bleibt dunkel

Köln (dpa/lnw) - Mehrere Tausend Menschen haben sich am Montagabend in Köln einer geplanten Demonstration der islamkritischen Pegida-Bewegung entgegengestellt. Wenige Hundert Anhänger von Pegida, die sich in Köln als «Kögida» bezeichnen, verzichteten nach einer kurzen Kundgebung auf den geplanten Gang über eine Rheinbrücke zum Dom und rollten ihre deutschen Fahnen wieder ein. Auch in Münster demonstrierten Tausende gegen Pegida.

Die Beleuchtung des Kölner Doms war abgeschaltet worden - als Zeichen des Protests gegen Islam- und Ausländerfeindlichkeit, wie sie der Pegida-Bewegung zugeschrieben werden. Diese Initiative wurde gewürdigt und fand viele Nachahmer: «Ich finde es gut, dass die Kirche ihre schöne Kulisse nicht als Motiv zur Verfügung stellt», sagte Demonstrant Martin von Hören aus Köln. «Das ist ein gutes Zeichen.» Auch andere große Gebäude wie das Haus des Landschaftsverbands Rheinland blieben dunkel.

Es war das erklärte Ziel der Gegendemonstranten, den als «Spaziergang» deklarierten Marsch von «Kögida» zu verhindern. «Wir wollen erreichen, dass Pegida heute nicht läuft und nicht demonstriert», rief Veranstaltungsleiter Jörg Detjen der Menge zu. Als bekanntwurde, dass der Pegida-Marsch nicht stattfindet, brach unter den Gegendemonstranten Jubel aus. Hajo Leib von der Initiative «Köln stellt sich quer» warnte vor einer «brandgefährlichen Entwicklung»: «Rechtes Gedankengut ist eine Gefahr und muss bekämpft werden», sagte er.

Kundgebung und Gegendemonstration in Köln verliefen friedlich. Viele Gegendemonstranten zogen noch über die Rheinbrücke in die Innenstadt. Dort wurden nach Polizeiangaben Beamte mit Gegenständen beworfen, die Täter schienen aber nicht aus den Reihen der Demonstranten zu kommen.

In Münster hatte ebenfalls ein breites Bündnis zu einer Demonstration gegen Pegida aufgerufen. Annähernd 10 000 Menschen folgten dem Aufruf, wie ein Sprecher der Polizei berichtete. Alles verlief friedlich. Eine Kundgebung von Pegida gab es in Münster nicht.

Auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) übte erneut Kritik an Pegida: «Wer auf eine Pegida-Demo geht, muss sich im Klaren sein, welchen Demagogen er eine Bühne bietet», sagte sie dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Dienstagausgabe). Wer sich von der Politik nicht richtig vertreten fühle, sei aufgerufen, selbst mitzumachen.

Der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet hält es für unnötig, Pegida zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. In NRW habe sie bislang nur wenige Hundert Demonstranten mobilisiert, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. «Darum muss man keinen so großen Hype machen.» Eine größere außerparlamentarische Opposition am rechten Rand sehe er mit Pegida nicht kommen.

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