Telefonseelsorge: Anrufer psychisch stark belastet

Essen (dpa/lnw) - Alleinsein, persönliches Versagen, zwischenmenschliche Konflikte - diese Probleme bedrücken heutzutage viele Anrufer der Telefonseelsorge. «Früher waren es eher Geldnot, Krankheit, harte Arbeit. Heute fühlen sich viele unserer Gesprächspartner stark psychisch belastet», sagt Pfarrer Werner Korsten, der seit 27 Jahren in Essen die Telefonseelsorge leitet. Die Nöte hätten sich verändert: «Von Dingen, die viele betrafen, zu Leid, das sehr individuell empfunden wird.»

Ob an Feiertagen oder im Alltag - die Nutzung der Telefonseelsorge ist konstant hoch. Nach Festtagen würden häufig Enttäuschungen im Familien- und Freundeskreis thematisiert. Bundesweit wählt mehr als zwei Millionen Mal pro Jahr ein Mensch in Not die kostenlose Nummer für anonyme Gespräche. Am häufigsten melden sich Frauen. Die Mehrheit der Anrufer lebt allein. Die meisten gehören zur Altersgruppe 40 bis 59 Jahre. 8000 ausgebildete Ehrenamtliche arbeiten für die Telefonseelsorge. Träger sind die beiden Kirchen.

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