Tod eines Babys: Urteil gegen Arzt erwartet

Bielefeld (dpa/lnw) - Zwei Jahre nach dem Tod eines Babys in einem Bielefelder Krankenhaus will das Landgericht an diesem Mittwoch (14. August) das Urteil verkünden. Dem angeklagten Arzt - zur Tatzeit noch Student im sogenannten Praktischen Jahr - droht eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Das Amtsgericht hatte den Mann wegen fahrlässiger Tötung bereits zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Gegen dieses Urteil ging der Arzt in Berufung.

Der Richter hat bereits angedeutet, dass er weiterhin von einer fahrlässigen Tötung ausgehe. Allerdings komme eine leichte Reduzierung der Geldstrafe in Betracht.

Der 31-Jährige hatte einem Baby eine falsche Spritze gegeben. Schon die erste Verurteilung hatte Debatten ausgelöst - dabei ging es um den rechtlichen Rahmen für Studenten im Praktischen Jahr. Theoretisch gebe es zwar Regelungen, diese würden aber in der Klinikpraxis immer wieder ausgehebelt, hieß es bei Studenten. Die Deutsche Ärzteversicherung und die Ärztevereinigung Hartmannbund ermutigten sie dazu, im Zweifelsfall Arbeitsaufträge abzulehnen.

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