Tönnies will Afrika-Projekte der Kindernothilfe unterstützen
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Schalke-Boss Clemens Tönnies kommmt ins Stadion. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild
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Gelsenkirchen (dpa) - Schalke-Boss Clemens Tönnies will nach seinen vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen Afrika-Projekte der Kindernothilfe unterstützen. Nach Beratung mit Jürgen Borchardt, dem Finanz-Vorstand des Kinderhilfswerks, habe Tönnies nach einem «Bild»-Bericht (Montag) entschieden, in Tansania, Sambia, Ruanda und Uganda ein länderübergreifendes Frauen-Netzwerk aufzubauen. Mädchen und Frauen sollten so in ihrer zentralen Zukunftsrolle für Afrika gestärkt werden. «Da, wo’s wehtut, will ich im Stillen helfen», sagte Tönnies der Zeitung. «Ich rufe alle auf, Afrika zu unterstützen – diesem wunderbaren Kontinent und seinen wunderbaren Menschen zu helfen.»

Der 63 Jahre alte Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück hatte seine umstrittenen Aussagen zu Afrikanern wiederholt als «Fehler» bezeichnet. Tönnies hatte als Redner beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. «Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren.» Anfang August hatte der Schalker Ehrenrat entschieden, dass Tönnies sein Schalke-Amt drei Monate lang nicht ausüben dürfe. Ende November war Tönnies dann in seine Funktion als Schalke-Clubchef zurückgekehrt.

Nun wolle sich Tönnies ausdrücklich an Wirksamkeit und Nachhaltigkeit seines neuen Afrika-Projektes messen lassen, schrieb die «Bild». Aber er wolle weiter im Hintergrund bleiben - wie bei den Einzel-Projekten (Krankenhäuser, Kinderheime, Brunnen, Notstrom-Aggregate), die er dort schon seit 20 Jahren fördere, so das Blatt.

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