Toter Junge in Mönchengladbach: Jugendamt war eingeschaltet

Mönchengladbach (dpa/lnw) - Vor dem mutmaßlich gewaltsamen Tod eines Fünfjährigen in Mönchengladbach hatte die Kita das Jugendamt eingeschaltet. Das Jugendamt habe Kontakt zur Familie wegen «kleinerer Hämatome» am Arm des Kindes aufgenommen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Ob die Familie Hilfsangebote abgelehnt habe, sei Gegenstand der Ermittlungen. Um die Rolle des Jugendamtes gehe es bei den Ermittlungen aber nicht. «Derzeit sehe ich keinen Anfangsverdacht einer Straftat durch einen Mitarbeiter des Jugendamtes», sagte Staatsanwalt Stefan Lingens. Zuvor hatte der WDR über das eingeschaltete Jugendamt berichtet.

Der 23-jährige Freund der Mutter stehe in Verdacht, den Jungen als «handelnder Täter» mit stumpfer Gewalt getötet zu haben. Er sitzt wegen Totschlags in Untersuchungshaft. Der gleichaltrigen Mutter werde Tod durch Unterlassen vorgeworfen.

Der Junge war vor gut zwei Wochen gestorben. Laut einem vorläufigen Obduktionsergebnis sei er durch stumpfe Gewalt ums Leben gekommen. Das endgültige rechtsmedizinische Gutachten stehe noch aus. Das Paar hatte angegeben, das Kind sei aus dem Hochbett gefallen. Die Mutter hatte den Rettungsdienst gerufen, weil ihr Sohn nicht mehr atmete.

Die Stadt Mönchengladbach machte unter Verweis auf die Ermittlungsbehörden keine Angaben zu den Vorgängen im Zusammenhang mit dem Jugendamt.

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