Trockener Sommer: Jetzt werden die Eichhörnchen hungrig
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Eichhörnchen sitzt auf einem Baum. Foto: Lino Mirgeler/Archiv
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Eichhörnchen steht dieses Jahr ein schwieriger Winter bevor. Wegen des heißen und trockenen Sommers gebe es weniger Nüsse, sagte Birgit Königs vom Nabu-Landesverband in Nordrhein-Westfalen. Für die Hörnchen wichtige Pflanzen wie Haselbüsche oder Walnüsse lieferten nicht genug Nahrung. Der Grund: In der andauernden Trockenheit hätten die Bäume ihre Energie «auf das Wichtigste konzentrieren» und ihren Stoffwechsel anpassen müssen, um selbst zu überleben. Nun bildeten die Bäume zwar Früchte aus, diese seien aber oft hohl. «Manche Eichhörnchen haben jetzt schon Probleme, Futter zu finden», erklärte Königs. «Und wenn sie jetzt hohle Nüsse vergraben, droht im Winter eine böse Überraschung.» Eichelhäher und Haselmäuse könnten ebenfalls betroffen sein.

Auch in Baden-Württemberg sorgt sich der Nabu um die Kleintiere. Ein bundesweites Problem sei es aber nicht, teilte Bundes-Sprecherin Kathrin Klinkusch mit: Vielerorts gebe es reichlich Nüsse. Außerdem seien Eichhörnchen bei der Futtersuche flexibel und könnten auch auf Baumknospen, Samen oder Pilze zurückgreifen.

Knappheit droht vor allem in städtischen Bereichen, in denen ohnehin wenig Futterpflanzen stehen. Dort könne es dann schon passieren, dass ein Teil der Population den Winter nicht übersteht, sagte Königs vom NRW-Nabu. Trotzdem dürfe man die Lage der Hörnchen nicht überbewerten: «Solche Ereignisse können immer eintreten. Wenn der Winter nicht zu kalt wird und es genug Futterstellen gibt, hat ein großer Teil der Hörnchen gute Chancen.»

Zum Glück haben auch nicht alle Pflanzen unter dem Sommer gelitten, wie der Sprecher des Deutschen Jagdverbands, Torsten Reinwald, berichtet. Für Buchen und Eichen sei es ein gutes Jahr mit vielen Früchten gewesen - ein sogenanntes Mastjahr. Eicheln und Bucheckern gebe es also reichlich.

Wer den Eichhörnchen etwas Gutes tun will, kann Futtersilos für die Nager aufhängen. «Für die Soforthilfe eignen sich geschälte Nüsse, zum Vergraben können ganze Nüsse angeboten werden», erklärt Königs. Wer ein geschwächtes oder sehr junges Tier am Boden findet, informiere am besten den Tierschutzverein.

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