Übersetzungsstreit bremst Prozess gegen Syrien-Großfamilie
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Das Gebäude, in dem Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Essen untergebracht sind. Foto: Bernd Thissen/Archiv
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Essen (dpa/lnw) - Ein Übersetzungsstreit hat am Montag für eine ungeplante Unterbrechung im Prozess gegen eine syrische Großfamilie aus Essen geführt. Von Seiten der Verteidigung wird die Übersetzung der Anklageschrift ins Arabische als fehlerhaft bezeichnet. Das soll nun noch einmal überprüft werden. Den insgesamt 13 Angeklagten wird vorgeworfen, am 31. Mai 2018 versucht zu haben, einen 19-Jährigen zu ermorden. Laut Anklage sollte der Mann sterben, weil er angeblich ein Verhältnis mit einer Frau aus der Großfamilie hatte, die nach islamischen Ritus bereits mit einem anderen verheiratet war. Dadurch habe die vermeintliche Ehre der Familie wiederhergestellt werden sollen. Das Opfer hatte bei der Tat schwerste Verletzungen erlitten und war sogar teilskalpiert worden.

Für Montag waren ursprünglich die ersten Einlassungen der Angeklagten vorgesehen. Drei von ihnen wollen sich zu den Vorwürfen äußern, die anderen wollen schweigen. Auch der nächste Verhandlungstag ist gestrichen worden. Der Prozess wird nun erst am 18. Februar fortgesetzt.

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