Umstrittene Aktion gegen Islamisierung am Ort eines NSU-Anschlags

Köln/Berlin (dpa/lnw) - Ausgerechnet am Schauplatz eines rechtsextremistischen Bombenanschlags in Köln sind Gratispostkarten verteilt worden, auf denen das Bundesinnenministerium vor einer Radikalisierung von Muslimen warnt. Die Karten seien kartonweise in der Keupstraße in Köln-Mülheim unter die Leute gebracht worden, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Stadt und bestätigte damit einen Bericht des «Kölner Stadt-Anzeiger». Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) kritisierte die Aktion als «in hohem Maße unsensibel». In der überwiegend von Türken bewohnten Keupstraße war 2004 eine Nagelbombe explodiert und hatte 22 Menschen verletzt. Die Polizei glaubte jahrelang an eine Abrechnung unter türkischen Kriminellen. Doch dann stellte sich im vergangenen Jahr heraus, dass die rechtsextremistische Terrorgruppe NSU den Anschlag verübt hatte.

Pressemitteilung «Kölner Stadt-Anzeiger»

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