Umstrittener Karnevalsbrauch: In Bochum treffen sich die Gänsereiter

Bochum (dpa) - Trotz vehementer Proteste von Tierschützern wollen sich Karnevalisten in Bochum heute zum traditionellen Gänsereiten treffen. Dabei wird eine getötete Gans an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Mehrere Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Der Brauch hat eine jahrhundertelange Geschichte: Spanische Soldaten sollen das Gänsereiten im 16. und 17. Jahrhundert ins Ruhrgebiet gebracht haben.

In zahlreichen anderen Städten setzen die Vereine inzwischen Gänse-Attrappen ein, doch in Bochum wird weiterhin eine echte Gans aufgehängt. Tierschützer kritisieren das als «verstörendes und blutiges Schauspiel». 52 000 Menschen haben in den vergangenen Wochen eine Online-Petition gegen das Bochumer Gänsereiten unterschrieben.

Online-Petition

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