Unfall vertuscht, Radfahrer tot: Prozess
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild
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Aachen (dpa/lnw) - Ein Autofahrer soll für einen angefahrenen Radfahrer keine Hilfe geholt haben, um den am Ende tödlichen Unfall zu vertuschen. Jetzt muss sich der heute 35-jährige Autofahrer von Mittwoch an unter anderem wegen versuchten Mordes durch Unterlassen vor dem Aachener Landgericht verantworten. Da nicht klar ist, ob Notärzte den 19-Jährigen hätten retten können, werte die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchten Mord und nicht als Mord, teilte ein Gerichtssprecher mit. Ein 42-jähriger Bekannter, der dem Unfallfahrer bei der Flucht geholfen haben soll, ist der Beihilfe zum versuchten Mord angeklagt.

Die Ereignisse in jener Septembernacht 2019 machen in der Region noch immer sprach- und fassungslos: Beide Männer sollen nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft kurz nach Mitternacht in Würselen unter Alkoholeinfluss in ihren Autos hintereinander über die Straße durch die Felder gefahren sein. Der Angeklagte soll den 19-jährigen Radfahrer mit seinem Wagen voll erwischt haben, als der auf einem Radweg die Straße kreuzte.

Das Opfer wurde den Angaben nach bei dem Aufprall über die Windschutzscheibe zu Boden geschleudert. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass das Unfallauto nicht mehr fahrtüchtig war und die Polizei später Trümmerteile im Umkreis von 40 Metern fand. Der Unfallfahrer soll seinen Bekannten angerufen haben, der inzwischen vorbeigefahren war.

Der fuhr nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft nach Hause, holte ein Abschleppseil und brachte Unfallwagen und Fahrer von der Unfallstelle weg. Um den lebensgefährlich verletzten Radfahrer kümmerte sich niemand. Er starb an der Unfallstelle.

Nach früheren Angaben der Polizei stellte der Unfallfahrer das beschädigte Auto in seine Garage, kaufte ein identisch aussehendes Auto und montierte das alte Kennzeichen.

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